St. Bonifatius Neuenkirchen

Disposition

I. Hauptwerk | C – g³


Bordun 16'

Prinzipal 8'

Hohlflöte 8'

Gedackt 8'

Gambe 8'

Oktave 4'

Koppelflöte 4'

Quinte 2 2/3'

Oktave 2'

Cornett 5f. 8' [ab gº]

Mixtur 4f. 2'

Fagott 16'

Trompete 8'

Clairon 4'

Tremulant

Koppel II-I

II. Schwellwerk | C – g³


Gedackt 16'

Geigenprincipal 8'

Rohrflöte 8'

Salicional 8'

Unda maris 8'

Oktave 4'

Spitzflöte 4'

Nasat 2 2/3'

Gemshorn 2'

Terz 1 3/5'

Quinte 1 1/3'

Mixtur 4f. 1 1/3'

Trompete 8'

Hautbois 8'

Tremulant

Pedalwerk | C – f¹


Prinzipal 16'

Bordun 16' [Tr]

Oktavbaß 8'

Gedackt 8' [Tr]

Gambe 8' [Tr]

Oktavbaß 4'

Koppelflöte 4' [Tr]

Quinte 2 2/3' [Tr]

Oktave 2' [Tr]

Posaune 16'

Fagott 16' [Tr]

Trompete 8' [Tr]

Clairon 4' [Tr]

Koppel II-P

Koppel I-P


Spielhilfen: Doppelregistratur mit elektronischer Setzeranlage (256fach, aufgeteilt in Setzer I und II, abschließbar), Sequenzer, Tutti, Pleno, Zungen ab, Nulltaster, Geschwindigkeitsregler für die Tremulanten


Geschichte

Aus einem Visitationsprotokoll vom 15. Mai 1625 erfahren wir erstmals, dass es eine kleine Orgel auf einer Seitenempore in der alten Pfarrkirche von Neuenkirchen gegeben haben muss. Nachdem das Instrument im Dreißigjährigen Krieg verfallen war, richtete es der Orgelbauer Henrich Dupfen aus Brilon 1655 wieder her.

1705 baute Hinrich Klausing (Herford) eine neue Orgel, vermutlich mit 9 Registern und angehängtem Pedal. Dieses Instrument wird 1839 durch einen Neubau des Dammer Orgelbauers Friedrich Wilhelm Haupt ersetzt. Die Haupt-Orgel hatte 12 Register auf zwei Manualen. Während das Pedal zunächst angehängt war, fügte Haupts Sohn 1870 schließlich ein selbständiges Pedalwerk hinzu.

In der neuen St.-Bonifatius-Kirche errichtete Rudolf Haupt (Osnabrück) 1909 ein neues großes Orgelwerk mit pneumatischen Kegelladen (16 Register auf zwei Manual und Pedal) unter Verwendung von sechs Registern aus der alten Orgel. Nachdem der Orgelbauer Johann Caspar (Nordenham) diese Orgel 1947 nicht zufriedenstellend umgebaut hatte, bekam die Firma Heinrich Rohlfing (Osnabrück) 1952 den Auftrag zum erneuten Umbau und Erweiterung. Nach diesen Arbeiten hatte die Orgel 40 Register bei drei Manualen und Pedal und mit elektropneumatischen Kegelladen.

Doch auch in dieser Form konnte das Instrument nicht lange überzeugen und viele Reparaturen waren nötig. Schließlich bekam die Bautzener Orgelbaufirma Hermann Eule den Auftrag zum Bau eines ganz neuen Instruments, das am 22. November 1998 eingeweiht werden konnte. Die Orgel hat 32 Register auf zwei Manualwerken und Pedal. Die Registerzahl wird erweitert durch etliche Transmissionen aus dem Hauptwerk ins Pedal. Die Windladen sind nach dem mechanischen Schleifladensystem mit Doppelregistratur für die elektronische Setzeranlage gebaut. Der konzeptionelle Schwerpunkt liegt bei der Orgel auf der mitteldeutschen Orgelstilistik des späten 18. und 19. Jahrhunderts, ergänzt durch einige Elemente des französischen Orgelbaus. Die Intonation führten Ulrich Schwarzenberg und Christoph Herz durch. Die durchbrochenen Schleierbretter über den Prospektpfeifen entwarf Ferdinand Starmann aus Neuenkirchen.


Hörbeispiel